Wie fährt sie sich nun, die Yamaha Ténéré 700

Bis jetzt gibt es erst wenige ausgelieferte Exemplare der Ténére 700. Die Fachberichte in den einschlägigen Magazinen sind den meisten sicherlich bekannt. Was sagt nun aber ein Kunde wie Du und ich, welcher sich als einer der ersten eine Ténéré 700 vorbestellt hat? Wir haben von Damian einen ausführlichen und interessanten Testbericht erhalten, welchen wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.


Endlich, Die Ténéré 700


Wie fährt sich ein Motorrad, dass seit über 3 Jahren und der Präsentation des T7 Konzepts, für die meisten nur aus Technischen Daten, Videos und Testberichten bestand?


Meine bisherige Erfahrung: Sehr Geil!


Seit 2014 bin ich zufriedener Kunde bei der Firma Brechbühl 2-Rad AG und habe dort bereits drei Motorräder gekauft und insgesamt fünf regelmässig im Service, zum Reifenwechsel und für Umbauten. Um meinen Traum von einem leichten, zuverlässigen und schönen Rally-Motorrad zu erfüllen, kam seit 2016 nur die Ténéré 700 in Frage. Den 689cm3 grossen Zweizylinder-Motor kannte ich da schon von der MT07 und wusste, den Rest wird Yamaha genau so gut hinbekommen. Nach langem, verbissenem Warten, geprägt von Foren- Durchwälzen und Träumen, bestellte ich am 26.März 2019, gleich in den ersten Minuten, meine weisse Ténéré online vor.

Nach weiteren 4 Monaten durfte ich meine Maschine dann abholen, als einer der Ersten in der Schweiz und als aller erster Kunde der Brechbühl 2-Rad AG. Das Team Brechbühl hat dabei von Beginn an grosses Interesse und Aufmerksamkeit gezeigt. Stets wurden meine neugierigen Anfragen kompetent beantwortet und so die Wartezeit wesentlich vereinfacht. So bin ich es bei DEM MECH in Eggiwil von Anfang an gewohnt, Danke!

Damian, unser erster Ténéré 700 Kunde


In der ersten Woche habe ich dann knapp 1400km hinter mich gebracht um die Ténéré gleich für den ersten Service wieder abzugeben. Nun stehen knapp 3000km auf dem Tacho. Davon viele Kilometer über Schweizer Pässe, wenig Autobahn und auch unbefestigte Strassen, darunter sogar eher hartes Gelände. Das erste mal Aufsteigen und Losfahren war sehr überraschend. Man sitzt, Endurotypisch sehr hoch, was mit meinen 1,64m Körperlänge inkompatibel scheint. Jedoch spüre ich positiv jedes der knapp 30 Kilogramm, welche zu meiner vorherigen CRF1000 Africa Twin fehlen. Die Maschine gerät nur schwer aus der Balance, im Stehen, beim Losfahren, sowie beim Rangieren. Traut euch also ruhig auch mit geringer Körpergrösse auf die Ténéré, mit etwas Übung klappt`s bestimmt.


Die ersten Kilometer zum Einfahren über den Schallenberg waren fast erschreckend. Wow lenkt dieses Gerät schnell und scharf ein! Bei jeder Kurve musste ich aufpassen, dass mein Kopf nicht in Richtung Mittellinie wandert, weil die Ténéré so enge Radien ziehen will. Lasst euch aber nicht verunsichern, nach ein paar Kilometern hat man sich daran gewöhnt und kann dieses Verhalten als Vorteil mit mächtig viel Spass nutzen. Enduristen und Supermoto- Fahrer werden sich ohnehin nicht erschrecken.


Auf der Ténéré sitzt man eher sportlich, so wie sie sich auch fährt. Nichts desto trotz, lässt sie sich gemütlich auf langen Touren bewegen, vor allem dank der griffigen Sitzbank, welche jede Sitzposition ohne zu verrutschen zulässt. Das Fahrwerk arbeitet souverän aber sehr straff, auf der Strasse nahezu perfekt, im Gelände hingegen verlässt einem gerne mal der Vortrieb. Allerdings ist das Fahrwerk voll einstellbar, was der Ein oder Andere sicher nutzen wird. Als Serienbereifung ist der Pirelli Scorpion Rally STR aufgezogen, wie sich zeigt, ein ausgezeichneter Reifen. Auf Asphalt- Strassen funktioniert er gut, wie ein reiner Strassenreifen, erst im Grenzbereich spürt man, dass die Profilblöcke etwas instabil werden. Doch auch im Gelände funktioniert er und zeigt auch nach groben Stein- Passagen kaum Verschleisserscheinungen oder Deformationen. Für den, der sich lieber auf ein Terrain festlegt, gibt es mittlerweile genügend gute Reifen in 21 Zoll. Der Motor ist nach meiner Meinung einer der besten. Im unteren Drehzahlbereich hat er Druck wie der Vorgänger- 660 Einzylinder, zieht aber gleichmässig durch bis ca. 10500 Umdrehungen. Allerdings will man dort selten hin, da man den Zweizylinder am meisten in der Mitte geniessen kann. Zudem ist (dank Missgeschick
ausprobiert) Anfahren im dritten Gang problemlos möglich. Der Benzinverbrauch ist im Durchschnitt um die 4 Liter/ 100km, was eine getestete Reichweite von über 400km zulässt. Diese Tatsache relativiert nach meiner Meinung den oft kritisierten «kleinen» 16 Liter Tank.


Was beschleunigt wird, muss aber auch wieder abgebremst werden. Dazu sind Bremszangen von Brembo verbaut, was bei dem Fahrzeugpreis überrascht. Diese verrichten ihren Job ausgezeichnet und sind schön dosierbar. Die Abstimmung ist dabei so gewählt, dass die Vorderradbremse auf Asphalt ordentlich zupackt. Die Hinterradbremse dabei eher zögerlich, auf losem Untergrund wiederum genau richtig. Also beide Bremsen, genau dort wo man sie bevorzugt, ideal.


Alles in allem ist die Ténéré 700 für mich perfekt, erst recht bei dem Preis. Ich bin überzeugt, so wird es auch vielen anderen Abenteurer und Enduro-Begeisterten ergehen. Denn nicht zuletzt überzeugt die Maschine mit einer sehr robusten Bauweise, was bei einem Gewicht von 204kg vollgetankt kaum zu glauben ist. Viele Details sind gut durchdacht, wie z.B. die einheitlichen Verkleidungsschrauben, welche mit aussen-Sechskant sowie mit Torx gleichermassen versehen sind. Oder die vielen Verschraubungspunkte für Zubehör und Gepäck, sowie der simple, für alles leicht zugängliche Aufbau. Zudem denke ich, dass niemandem wird der schöne, nach ernster Enduro klingende Auspuff entgehen wird. Für Euronorm 4 nicht selbstverständlich.


Zögert also nicht vor einer möglichen Probefahrt und zögert nicht einen Ausflug ins Eggiwil zur Brechbühl 2-Rad AG zu Unternehmen, es lohnt sich bestimmt.


Und, überzeugt euch der Bericht von Damian? Dann zögert nicht und kommt bei uns vorbei, gerne zeigen wir euch die Möglichkeiten auf.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

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