Achtung vor der neuen Führerscheinreform

Es ist wieder einmal so weit, die neue Führerscheinreform hat die Vernehmlassung abgeschlossen und wird nun durch das zuständige Bundesamt für Strassen ASTRA zu einer Vorlage verarbeitet.

Dabei sind nicht nur Motorradfahrerinnen und -fahrer betroffen. Diesesmal werden die ganzen Kategorien und die zugrundelegenden Prüfungen überarbeitet.

Ausgangslage

Für uns als 2-Rad Betrieb sind natürlich die Bereiche, welche die Motorräder betreffen, sehr wichtig. Deshalb möchten wir einen kurzen Überblick geben. Hier finden sich die Vorschläge des ASTRA:

  • Kategorie M: Mofa ab 14 Jahren wie bisher
  • Kategorie AM: Kleinmotorräder bis 50ccm auf 45 km/h beschränkt. Neu ab 15 oder 16 Jahren
  • Kategorie A1: wie bisher Motorräder bis 125ccm, max 11kW und max. 0,1kw/kg. Neu ab 16 Jahren oder als Variante ab 18 Jahren
  • Kategorie A2: Ersetzt A beschränkt. Motorräder bis 35kW und max. 0.2kW/kg. Variante 1: Ab 18 Jahren, Variante 2; ab 20 Jahren, beziehungsweise ab 18 Jahren sofern 2 Jahre im Besitz der Kategorie A1
  • Kategorie A: Neu kein Direkteinstieg mehr. Der Lehrnfahrausweis wird nur ausgestellt, wenn vier Jahre Fahrpraxis ohne Wiederhandlungen (Führerausweisentzug) nachgewiesen werden können (4 Jahre A2, oder 2 Jahre A1 und 2 Jahre A2)

Zudem muss für jede Kategorie eine praktische Führerprüfung absolviert werden. Es wird also nach dem willen des Astras nicht mehr möglich sein, nach 2 Jahren A2 die Kategorie A ohne Prüfung zu erhalten.

Gemäss den Vorschlägen des ASTRA müssen in Zukunft Personen, welche mit 20 Jahren die Kategorie A möchten,  drei praktische Führerprüfungen absolvieren. (A1, A2 und A). Bis jetzt konnte dies mit einer Prüfung (A beschränkt mit 18 Jahren) erreicht werden.

Diskriminierung der Motorradfahrerinnen und -Fahrer

In unseren Augen sind diese Vorschläge zum grössten Teil eine absolute Diskriminierung der Motorradfahrerinnen und -fahrer. Denn ein 18 Jähriger kann nach der praktischen Prüfung ohne weiteres einen Ferrari fahren, aber nicht nach 2 Jahren Praxis ein grosses Motorrad.

Dies sieht auch der 2-Rad Verband so. Aus diesem Grund hat dieser während der Vernehmlassung die folgenden Eingaben gemacht:

  • Kategorie M: Herabsetzung auf 13 Jahre (bereits in ländlichen Regionen mit langem Schulweg erfolgreich erprobt)
  • Kategorie AM: Festlegen des Mindestalters auf 14 Jahre
  • Kategorie A1: Festlegen des Mindestalters auf 16 Jahre. Unterstützung der Variante 1 des ASTRA
  • Kategorie A2: Beibehalten des Einstiegsalters ab 18 Jahren ohne weitere Anforderungen
  • Kategorie A: Beibehalten der möglichkeit des Direkteinstiegs ab neu 24 Jahren (Gleiche Regelung wie Deutschland, Italien und Österreich). Zudem Erwerb der Kategorie A ohne zusätzliche Prüfung nach 2 Jahren Fahrpraxis der Kategorie A2.
  • Beibehalten der Regelung für Prüfungsfahrzeuge gemäss aktuell gültiger Weisung

Diese Vorschläge des 2-Rad Verbandes machen durchaus Sinn und sind vertretbar.

Helft mit eine sinnvolle lösung zu finden

Damit die Vorschläge des 2-Rad Verbandes mehr Gewicht erhalten, bitten wir euch die Petition des 2-Rad Verbandes zu unterschreiben und einzusenden. Nur mit euerer Hilfe können wir unseren Politikern und Politikerinnen aufzeigen, dass die Lösung des ASTRA zu weit geht.

Petition herunterladen und unterzeichnen!

8 Gedanken zu „Achtung vor der neuen Führerscheinreform

  1. Jana Schneeberger Antworten

    Guten Tag

    Weiss man inzwischen mehr?
    Ich suche und suche…… Finde aber nur uralte Beiträge zu diesem Thema.

    Ich würde wahnsinnig gerne wissen ob diese Änderungen allenfalls schon 2019 in kraft tritt?
    Lässt sich das herausfinden?

    Freundliche Grüsse
    Jana Schneeberger

    • Remo Brechbühl Autor des BeitragsAntworten

      Guten Tag Jana

      Leider kann ich dir im Moment auch nicht weitere Informationen geben. Wie es aussieht ist die Vorlage aktuell im Parlament, beziehungsweise einige Fragen wurden in der Fragestunde des Bundesrates bereits gestellt. Leider ist das Ergebnis im Moment noch nicht bekannt.

      Es ist zudem schwierig zu sagen, ob das Gesetz schon 2019 und wenn ja in welcher Form in Kraft tritt. Wer also den Motorradführerschein machen will und vom Alter her kann, dem empfehlen wir ganz klar nicht weiter zuzuwarten. Eine Verschärfung der Einstiegsbedingungen erachten wir als durchaus möglich.

      Selbstverständlich werden wir weiter informieren, wenn wir mehr und aktuellere Informationen haben.

      freundliche Grüsse
      Brechbühl 2-Rad AG.

  2. Tobias Antworten

    Möchte nächstes Jahr im Januar “A beschränkt” machen.
    Kann man die Petition auch unterschreiben wenn man minderjährig ist?
    Es wäre eine riesen Enttäuschung für mich, wenn ich erst noch 2 jahre lang 125er und danach 2 jahre 35kw fahren müsste. Früher, als man 125er mit 18 fahren musste, durfte man wenigstens nach den 2 Jahren alles fahren…

    • Remo Brechbühl Autor des BeitragsAntworten

      Guten Tag Tobias

      Besten Dank für deinen Kommentar. Wir habend an diversen Stellen Anfragen deponiert, sind aber bis jetzt auch noch nicht wirklich besser informiert worden. Da bis jetzt nichts bekannt gegeben wurde, kann wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass noch nichts ändert.

      Dies Angabe ist natürlich mit vorsicht zu geniessen. An deiner Stelle würde ich die Motorradprüfung so schnell wie möglich in Angriff nehmen, damit für dich noch nichts ändert.

      Liebe Grüsse

      Brechbühl 2-Rad AG

  3. Markus Stettinger Antworten

    Unser Junior (15) hofft auf den A1 ab 16 auch im TI, aber ist es dann begrenzt bis 50ccm und 11kw oder 125 ccm und 11kw. Da werden wir nicht schlau bisher (er möchte eine Aprilia RS125 4T).

    Danke für Update

    • Remo Brechbühl Autor des BeitragsAntworten

      Guten Tag Markus

      Besten Dank für deinen Kommentar.

      Aktuell gültig ist, dass ab 16 die A1 Prüfung gemacht werden kann, allerdings nur mit Fahrzeugen bis 50ccm. Ab 18 Jahren darf dann ohne weitere Prüfung ein Fahrzeug bis 125ccm und 11kW gefahren werden. Wie dies mit Opera 3 aussehen wird kann ich dir noch nicht sagen.

      Liebe Grüsse
      Brechbühl 2-Rad AG

    • Remo Brechbühl Autor des BeitragsAntworten

      Guten Tag Mate

      Aktuell sieht es nicht danach aus. Da Frau Leuthart zudem auf Ende Jahr zurücktritt, kann es zudem sein, dass das Geschäft auf die oder den neuen Bundeserat im UVEK übergeben wird.

      Zudem wird es sicher eine Frist für die Umstellung geben, daher glauben wir, wie auch der Verband, dass die Umsetzung frühstens im 2020 erfolgt. Leider wissen wir im Moment auch nichts genaues.

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